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Elke Köller ist als Geschäftsführerin der Freien Altenhilfe
von Bord gegangen

Wenn Elke Köller nach 37 Berufsjahren ihr Leben Revue passieren lässt, dann war es geprägt von der Altenpflege, sozialer Arbeit und nicht weniger vom Management des Lemgoer Pflegedienstes Freie Altenhilfe e.V., dessen Geschäftsführung sie lange 29 Jahre innehatte und am 31. Dezember 2020 an die frühere Pflegedienstleiterin und heutige Geschäftsführerin Birgit Kittner übergab.

Was nicht heißen soll, dass die 63-Jährige sich in den Ruhestand verabschiedet hätte: Nein, Sie führt gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Sozialen Altendienste Lippe die Geschäfte der gemeinnützigen GmbH Quartierszentrum Echternstraße, die Betreiber des Lemgoer Hansehauses ist, das als Einrichtung für Alt und Jung mit innovativem Konzept und kernsaniertem Gebäude aus dem ehemaligen Kreisseniorenheim im Jahr 2016 entstand und 2018 fertiggestellt wurde.

„Mein neues Aufgabengebiet," so Köller, „hat mich zu meinen Wurzeln, die Sozialarbeit, zurückgeführt. Mit Blick auf die Freie Altenhilfe habe ich es erleichternd empfunden, los zu lassen, Verantwortung abzugeben. Und übereinstimmend mit meiner Nachfolgerin Brigit Kittner bin ich sehr froh, dass der Wechsel so gut vorbereitet vonstatten ging."

Privat sind die Dinge bei der 63-Jährigen ebenfalls im Lot. Die Mutter zweier erwachsener Kinder, inzwischen auch Großmutter, freut sich darauf mehr Zeit mit ihrem Mann, der demnächst in Rente geht, zu verbringen. Sie will ihn mitnehmen auf mehrtägige Rad- und Wandertouren, die auch die Bewältigung des Jakobsweges bis ins spanische Santiago de Compostela einschließen.

Eine Stunde Pflege für 15 DM

1976 begann die 18-Jährige Köller ihre Ausbildung zur Krankenschwester im Lemgoer Krankenhaus und schloss diese 1979 mit dem Examen ab. Auf den Pflegeberuf sattelte sie noch ein Studium der Sozialarbeit drauf, das ihren beruflichen Aufstieg begünstigte. Schon während des Studiums stieß Köller 1983 zur Freien Altenhilfe in Lemgo, die sich im gleichen Jahr ins Vereinsregister eintragen ließ.

Köller erinnert sich: „Wir waren damals zwischen sieben bis zwölf Mitarbeitende, die etwa 15 hilfebedürftige alte Menschen in Detmold, Bad Salzuflen und Lemgo ambulant versorgten. Eine Pflegestunde berechneten wir mit 15 DM. Unsere Arbeit wurde von den alteingesessenen Anbietern mit Skepsis beäugt. Weiteren Wettbewerb gab es nicht, da Altenpflege weit mehr als heute in den Familien geleistet wurde und die professionelle ambulante Pflege noch in den Kinderschuhen steckte. So waren etwa unsere Mitarbeitenden als Selbstständige tätig, da wir uns als Verein keine Festangestellten leisten konnten."

Mit dem Beitritt zum Wohlfahrtsverband „Der Paritätische" im Jahr 1989 wurde die Professionalisierung des Vereins vorangetrieben. Man erhielt Beratung in betriebswirtschaftlicher Hinsicht und Zugang zu Fachinformationen und konnte die ersten Mitarbeitenden in Festanstellung übernehmen. Zwei Jahre darauf, im Jahr 1991 bildeten Elke Köller und Ulrike Giebel, beide Krankenschwestern und Sozialarbeiterinnen sowie die Krankenschwester Birgit Kittner und der Betriebswirt Friedrich Wilhelm Helming die Geschäftsführung des Vereins. Köller, inzwischen Mutter eines Sohnes und einer Tochter geworden, nutzte während ihres Erziehungsurlaubs ein Weiterbildungsangebot des Paritätischen zur Pflegedienstleitung.

Wirtschaftlich prosperierte die Freie Altenhilfe zusehends und war spätestens mit Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1996 eine feste Größe am Markt. Mit Augenmaß und unter Einbeziehung der inzwischen auf 36 Mitarbeitenden angewachsenen Pflegeteams entwickelte man sich stetig weiter.

Meilensteine

1999
Anerkennung eines Psychiatrischen Fachdienstes für psychiatrische
häusliche Pflege sowie ambulant betreutes Wohnen. Seit 2008, nach
Umbenennung, als „Die Wegweiser" aktiv.

2002
Entstehung der ersten Wohngemeinschaft in Lemgo für sieben pflege-
bedürftige Menschen in Kooperation mit der Wohnbau Lemgo eG

2007
Eröffnung einer weiteren Wohngemeinschaft in Lemgo ebenfalls für sieben pflegebedürftige Menschen in Kooperation mit der Wohnbau Lemgo eG

2009
Eröffnung einer dritten Wohngemeinschaft in Lemgo für acht pflegebedürftige Menschen in Kooperation mit der Wohnbau Lemgo eG

(Die Standorte der drei Wohngemeinschaften inmitten alter, gewachsener Wohnsiedlungen und dem Angebot einer quartiersnahen pflegerischen Versorgung der überwiegend älteren dort lebender Menschen wurde als „Lemgoer Modell" landesweit bekannt.)

2012
Eröffnung der Tagespflege im Pöstenhof, Lemgo für 16 Tagesgäste

2016
Gründung der gGmbH Quartierszentrum Echternstraße im Verbund
der Freien Altenhilfe mit den Sozialen Altendiensten Lippe.

2021
Mehr als 150 Mitarbeitende der Freien Altenhilfe und der Wegweiser betreuen, pflegen und begleiten ambulant etwa 300 hilfebedürftige
Menschen in der Region.

Das sagen Weggefährten*innen über Elke Köller



Birgit Kittner, Nachfolgerin als Geschäftsführerin der Freien Altenhilfe

„Ich blicke mit vielen guten Erinnerungen auf unsere jahrzehntelange Zusammenarbeit und möchte kein einziges Jahr missen. Meine Verantwortung als Leiterin des Pflegedienstes hat stets eine enge Abstimmung erfordert. Gut, dass aus unseren individuellen Stärken jederzeit eine gute Teamleistung entstanden ist." 



Ulrike Giebel, ehemaliges Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes
und als Sozialarbeiterin tätig

„Ich kenne Elke seit einer halben Ewigkeit. Wir haben Ende der 70er Jahre zusammen unsere Krankenschwesterausbildung absolviert und sind gemeinsam während unseres Studiums bei der Freien Altenhilfe eingestiegen. Wir waren damals überzeugt, dass mobile Pflege die Zukunft ist. Das hat uns motiviert, die Dinge mit großer Energie voranzutreiben. Elke und ich haben uns immer gegenseitig bestärkt, wenn es mal Durchhänger gab. Es war eine tolle Zeit mit ihr."



Friedrich Wilhelm Helming, ehemaliges Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes und Betriebswirt, inzwischen aus Altergründen ausgeschieden

„Ich bin als Zahlenmensch in die Pflegewelt eingestiegen. Aber ich will mich nicht in den Mittelpunkt rücken - schließlich werden die Umsätze nicht am Schreibtisch erzielt. Wie komplex Pflege ist, durfte ich während meiner 37 Jahre bei der Freien Altenhilfe erfahren. Wie viel Freude mir meine Arbeit bereitet hat, beweisen doch meine zahlreichen Dienstjahre, oder?

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